PROJEKTEPurrmann - Göpel / Briefedition

"Zum Schreiben ermutigt"
Hans Purrmann und das Ehepaar Göpel. Der Briefwechsel 1954-1966
Herausgegeben von: Felix Billeter, Maria Leitmeyer

Der Briefwechsel zwischen dem Maler Hans Purrmann und dem Kunsthistoriker-Ehepaar Barbara und Erhard Göpel eröffnet neue Perspektiven auf die Kunstwelt und Gesellschaft der deutschen Nachkriegszeit. Die 280 bislang unveröffentlichten Briefe erzählen auch die Entstehungsgeschichte des von dem Ehepaar herausgegebenen Buches „Leben und Meinungen des Malers Hans Purrmann“, das 1961 erschien. Die Korrespondenz vermittelt eindrücklich neue Kenntnisse über künstlerische und kunstpolitische Fragestellungen jener Zeit. Nicht zuletzt bietet sie Material, um Erhard Göpels Beschäftigung mit der zeitgenössischen Kunst nach 1950 vor dem Hintergrund seiner Verstrickung in den Kunstraub der Nationalsozialisten neu zu bewerten.

Hans Purrmann bei der Arbeit am Bildnis von Barbara Göpel, Montagnola, 1959, Fotografie, Hans Purrmann Archiv, München

Der Maler und Grafiker Hans Purrmann (1880‒1966) gilt als einer der bedeutendsten Koloristen des 20. Jahrhunderts mit Wurzeln in der französischen Moderne, unter anderem als Schüler und Wegbegleiter von Henri Matisse. Besonders nach 1950 zählte Purrmann zu den bekanntesten Künstlern in der Bundesrepublik.

Die besondere Bedeutung des Briefwechsels zwischen Hans Purrmann und dem Kunsthistoriker-Ehepaar Barbara und Erhard Göpel liegt in der 1961 von ihnen herausgegebenen, bis heute maßgeblichen Buchpublikation Leben und Meinungen des Malers Hans Purrmann, einer umfangreichen Quellensammlung mit Schriften und Briefen von Hans Purrmann, deren Genese sich anhand der zu edierenden Korrespondenz nachvollziehen lässt. Seit dieser Publikation gelten Göpels innerhalb der Purrmann-Forschung als zentrale Protagonisten.

Hans Purrmann, Bildnis Barbara Göpel, 1959, Öl auf Leinwand, Privatbesitz

Der Briefwechsel wirft ein helles Licht auf die Situation der modernen Kunst in der Adenauer-Zeit mit Diskussionen zum Deutschen Künstlerbund, zur Documenta sowie zu Ausstellungen und Büchern über deutsche und internationale Künstler der Nachkriegsjahre.

Nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Verstrickung von Erhard Göpel in den Kunstraub in Frankreich und den Niederlanden während der NS-Zeit kann möglicherweise durch die Analyse des vorliegenden Briefwechsels die in der Forschung aufgeworfene These der »Purifizierung« (Christian Fuhrmeister: Erhard Göpel im Nationalsozialismus – eine Skizze, 2018) durch Göpels Beschäftigung mit der zeitgenössischen Kunst nach 1950 neu bewertet werden.

 

Brief von Erhard Göpel an Hans Purrmann, München, 13. Juli 1954, Hans Purrmann Archiv, München

Die kommentierte und reich bebilderte Briefedition wird ergänzt durch Textbeiträge der Herausgeber sowie von Prof. Eugen Blume (Berlin) und Prof. Olaf Peters (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg).

Die BSCW-Stiftung förderte die Edition des Briefwechsels zwischen Hans Purrmann und dem Ehepaar Göpel.

Der Band wurde von der Hans Purrmann Stiftung mitgefördert und erscheint im Juni 2026 beim Deutschen Kunstverlag.

Herausgegeben von Felix Billeter, Purrmann Archiv, München und Maria Leitmeyer, Purrmann-Haus, Spyer.

Zur Bestellung: Deutscher Kuntsverlag

www.purrmann.com